Foto: Knut Krafft

Es war grandios!

 

Aus 3004 Bewerbungen aus 57 Ländern wurden 157 Filme ausgewählt. Davon liefen 75 Filme im deutschen Wettbewerb; 82 im internationalen Wettbewerb. Alle Filme wurden vor Publikum und Live-Jury präsentiert.

Die Preisträger*innen des Deutschen Nachwuchsfilmpreises 2015

(Foto: Knut Krafft)
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Jury im Deutschen Wettbewerb:

v.l.n.r.: Helene Grass, Peter Hartig, Karin Dix, Violetta Schurawlow, Florian Gärtner

Melanie Waelde

"Like in Africa" beschreibt das Leben einer Flüchtlingsfamilie aus Gambia in einem kleinen schwäbischem Dorf. "Mit viel Empathie, Respekt und wunderbarerweise auch mit Humor schildert das Filmteam das tägliche Leben, das Ankommen - und das Fremdbleiben. Wie zum Beispiel sehr eindrücklich und berührend beim Martinsumzug oder beim täglichen Gebet. Samule Hölscher und Melanie Waelde haben uns mit ihrer sensiblen und unvoreingenommenen Erzählweise sehr beeindruckt", so die Jury.

Joana Stamer

Die Jurybegründung für "Reynke de vos": "Ein roter Wollstich durch ein weißes Tuch — mit minimalen Mitteln und ungewohnten Bildern erzählt Joana Stamer in ihrem Filmprojekt über die Findung und Verwerfung ihres Projekts zu ihrem Lieblingstier, Reineke Fuchs. Es ist eine Geschichte der Hoffnung, des Scheiterns, des Wiederaufstehens und des Weitermachens. Der Erzählstil der Künstlerin ist schonungslos im Umgang mit sich selbst, selbstironisch, reflektiert. Mit originellen Bild-Kompositionen entführt sie ihre Zuschauer in irreale Welten und verliert nie ihren ganz eigenen roten Faden."

Friedrich Tiedtke

Friedrich Tiedtkes "Zuhause" überzeugte die Juroren mit seiner sorgfältig komponierten Bildsprache: "ZUHAUSE beschreibt die Flucht einer jungen Frau aus einer gewalttätigen Beziehung in die vermeintlich heile Welt ihrer Familie.Mit wenigen Worten erschafft der Regisseur und Autor eine intensive Atmosphäre, die den Kontrast zwischen weihnachtlicher Idylle und den Abgründen eines Familienlebens glaubwürdig nachvollziehen lässt. Uns hat der Film sehr berührt."

Der Deutsche Nachwuchsfilmpreis wird drei Mal vergeben. Alle Auszeichnungen sind gleichwertig und mit jeweils 2.000 Euro dotiert; Preisstifter ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Die Auszeichnung geht außerdem mit einer Produzentenpatenschaft einher. Die diesjährigen Paten sind Jochen Laube, Peter Hartwig und Mike Dehghan.

(Foto: Knut Krafft)
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(Foto: Knut Krafft)

Jury im Internationalen Wettbewerb:

v.l.n.r. Federico Lamas (Buenos Aires), Stefano Miraglia (Cambridge), Peter Murdmaa (Tallinn), Asako Fujioka (Tokyo)

Kwan-Fai Lam and Jessica Poon (USA) – "April 21"

This award goes to a film maker whose imaginative and personal work accomplishes the right balance between strong formalist decisions and narratives that we can relate to. (jurys comment)

Xavier Leprince (France) – "le lien défait" (The broken bound)

Talent is to do what you do well with the tools we own, not to control thousands of resources or to do it in the way it is expected. The next award is for an artist who managed to build with small decisions a unique and recognizable vision outside of any movie reference. A film, but also a book, a text, a list of memories, offering the audience the pleasant task of building the stage and story outside the screen. A photo album of the present time we hold, as we do not want to turn to the past. (jurys comment)

"Chulyen, histoire de corbeau" (Chulyen, a crows tale) by Cerise Lopez and Agnès Patron (France)

"A Dreaming man is a genius,“ said Akira Kurosawa once. This film covered the triple meaning of dreaming… It had a dream as a story, as an ambience, and as dreaming as whole. This film was easy to empathize with, because of its range of all emotions. After seeing it, you will remember it like you remember your worst or best dream.  (jurys comment)

The jury awarded 3 special/honorable mentions:

ECCE HOMO by Dimitar Kutmanov (Bulgaria)

The cinematography and visual aesthetics of this film left the jury in awe, and the decision to use celluloid shows the film maker´s trust in the tradition of cinema. (jurys comment)

Que dia e hoje? (What day is today?) by Colectivo Fotograma 24 (Portugal)

Innovative methods of combining animation, documentary, and music give this social commentary across Portuguese modern history persuasion and conviction. (jurys comment)

Senior Teacher by Cha Mo (China)

A film maker’s strong hand takes his film from naturalistic drama to soar freely into surreal fantasy. (jurys comment)

Die Preitsräger des BundesSchülerfilmpreises und lobende Erwähnungen

(Foto: Knut Krafft)

Nick Prahle – "Urbane Bedriedigung - Frei nach Kafka"

Mit dem vom BMBF mit 1.000 Euro dotierten Bundes-Schülerfilm-Preis wurden Nick Prahle und Luis Viera Heine (*1996) vom Heilwig-Gymnasium aus Hamburg und ihr Film "Urbane Befriedigung - Frei nach Kafka" geehrt. Ihre sehr freie Adaption mehrerer Erzählungen des Autors werfe einen neuen Blick auf die 'Klassiker', so die Juroren. Überzeugt haben Nick und Luis auch mit ihrer eigenwilligen Bildsprache sowie den musikalischen und tänzerischen Einlagen.

(Foto: Knut Krafft)

Fion Mutert und Lotta Schwerk – "Okay"

Spontan entschloss sich die Jury, einen Sonderpreis an Lotta Schwerk (*1998) aus Berlin für "Okay" zu vergeben: "Bunt, lebensfroh und authentisch, charmant und direkt erzählt Lotta Schwerk vom erstem Verliebtsein, Coming-out und Freundschaft, kurz und auf den Punkt.Wir waren von dem Charme und der Direktheit des Dreiminüters so angetan, das wir dafür einen Sonderpreis ins Leben riefen."

Als Pate wird Juror Florian Gärtner Lotta bei ihren kommenden Projekten begleiten; sie erhält außerdem ein von allen Juroren privat gestiftetes Preisgeld von 500 Euro. Eine lobende Erwähnung ging zudem an "Otto der Fresssack" von Lina Terechin (*2005) aus Reutlingen.